
Heizung & Sanitär | Grundlagen der Fachplanung für Wohn- und Nichtwohngebäude
Einleitung
Die Gewerke Heizung und Sanitär bilden einen zentralen Bestandteil der Technischen Gebäudeausrüstung (TGA) und sind
entscheidend für die Energieeffizienz, Betriebssicherheit und Wirtschaftlichkeit von Gebäuden. Wir planen Heizungs- und Sanitäranlagen für Mehrfamilienhäuser, öffentliche Gebäude und komplexe Bauvorhaben – normgerecht, wirtschaftlich und mit Fokus auf einen dauerhaft sicheren Betrieb.
Eine fachgerechte TGA-Planung ist insbesondere bei größeren Wohngebäuden, kommunalen Projekten und anspruchsvollen Bestandsmaßnahmen entscheidend, um technische Risiken zu minimieren und einen reibungslosen Betrieb sicherzustellen
Klassische Planungsleistungen im Bereich Heizung und Sanitär
Diese beinhaltet u. A. grundsätzlich folgende Planungsleistungen nach der HOAI:
– Leistungsphasen 1 – 9 (Grundlagenermittlung bis Objektüberwachung)
– Heizlastberechnung nach DIN EN 12831
– Rohrnetzberechnung Heizung und Trinkwasser
– Trinkwasserberechnung nach DIN 1988-300
– Dimensionierung von Zirkulationssystemen
– Ausarbeitung von wirtschaftliche und effektive Trassenkonzepte
– Hausanschlussplanung
– Definition und Planungsergänzung zu den Schnittstellengewerken
– Erstellung von Schlitz- und Durchbruchspläne
– Kollisionsplanung mit allen Planungsbeteiligten / Gewerken
– Erstellung finaler Ausschreibungs-Planunterlagen und Schemen / Schaltpläne
– Erstellung von Ausschreibungen (VOB/C)
– Mitwirkung bei Vergabe und Bauüberwachung
– Bestandsanalysen und Sanierungskonzepte
– Variantenuntersuchungen und Wirtschaftlichkeitsvergleiche
Heizungsplanung – effizient und zukunftssicher
Planungsschwerpunkte
Die Heizungsplanung erfolgt unter Berücksichtigung von:
– Gebäudeenergiegesetzt (GEG)
– Förderfähigkeit
– Systemtemperaturen (z. B. Niedertemperatur / Wärmepumpe)
– Hydraulischer Abgleich und Anlagenbetrieb
– Lastprofile und reale Nutzungsanforderungen
– Tatsächlicher Platz- und Aufstellbedarf
– Öffentlich-rechtliche Vorgaben und Einschränkungen
– Systemart in Anbetracht der Wirtschaftlichkeit im Regelbetrieb
Typische Systeme im Projektgeschäft
– Zentrale Wärmepumpenanlagen
– Hybridanlagen (z. B. Wärmepumpe + Spitzenlastkessel)
– Fernwärmeversorgung
– BHKW Anlagen
– Prozesswärme
– Niedertemperatur-Heizsysteme
Worauf es in der Praxis ankommt
– korrekte Heizlastermittlung je Nutzungseinheit und Nutzungsbereich
– korrekte Definition der Rahmenbedingungen zur Gebäudedichtheit
– abgestimmte Auslegung zu RLT-Anlagen / Luftwechselraten
– wirtschaftliche Dimensionierung (Vermeidung von Überdimensionierung)
– stabile hydraulische Systeme auch bei großen Leitungslängen
– abgestimmte Regelungstechnik
– Berücksichtigung von Betriebszuständen (Teillast / Spitzenlast)
Sanitärplanung – Trinkwasserhygiene im Fokus
Planung nach aktuellen Normen
Die Planung erfolgt gemäß:
– DIN 1988 (insbesondere DIN 1988-300)
– DIN EN 806
– DVGW-Regelwerk
– TAB Vorgaben
– sowie sonstige nationale / EU Regelwerke
Schwerpunkte der Planung
– bedarfsgerechte Dimensionierung der Trinkwasseranlage
– Sicherstellung der Zirkulation
– Vermeidung von Stagnation
– Einhaltung der Temperaturanforderungen
– Werkstoffwahl und Korrosionsschutz
– Auslegung von Steigsträngen unter Berücksichtigung der Gleichzeitigkeit
– Verhinderung von Verkeimung / Rückstandsbildungen
– Berücksichtigung Schall- und Brandschutzanforderungen
Typische Anlagen
– Trinkwasserinstallation in Mehrfamilienhäusern
– Zirkulationssysteme
– Druckerhöhungsanlagen
– Abwasseranlagen
– Regenwasseranlagen
– Fett- und Ölabscheide-Anlagen
– Hebeanlagen
– Rückstausicherungen
Besonderheiten im Mehrfamilienhaus (MFH)
Die Planung im Geschosswohnungsbau stellt besondere Anforderungen:
– Gleichzeitigkeit und realistische Lastabnahmen
– Auslegung von Steigsträngen und Verteilernetzen
– Schacht- und Trassenplanung
– Integration in Architektur und Statik
– Brandschutzanforderungen bei Leitungsführung
– Berücksichtigung von Nutzerverhalten und Betrieb
Planung im Bestand bei Sanierungen
Sanierungsprojekte erfordern eine differenzierte Betrachtung:
– Einbindung in bestehende Systeme
– Systemtrennung bei Altanlagen
– begrenzte Platzverhältnisse
– Anpassung an vorhandene Leitungsnetze
– Umsetzung im laufenden Betrieb
Schnittstellen und Koordination
Die Planung erfolgt in enger Abstimmung mit:
– Projektsteuerung
– Architektur
– Tragwerksplanung
– Elektro-Fachplanung
– Brandschutzplanung
– Freianlagenplanung
– Bauphysik Planung
– Versorgungsnetzbetreiber
– Stadtentwässerungsbetriebe
– und Weitere Beteiligte
Insbesondere bei komplexen Bauvorhaben ist eine frühzeitige Koordination entscheidend, um
Planungskonflikte, Bauverzögerungen und Nachträge zu vermeiden.
Wirtschaftlichkeit und Lebenszyklus
Neben den Investitionskosten stehen im Fokus:
– Betriebskosten über die gesamte Nutzungsdauer
– Wartungsaufwand und Zugänglichkeit
– Energieeffizienz
– langfristige Betriebssicherheit
Typische Risiken ohne Fachplanung
Ohne qualifizierte TGA-Planung entstehen häufig:
– überdimensionierte oder ineffiziente Anlagen
– unzureichende Trinkwasserhygiene
– hydraulische Probleme im Betrieb
– erhöhte Energieverbräuche
– unzureichende Ertüchtigung Brand- und Schallschutz
– Unzureichende Schmutzwasser Be- und Entlüftung
– Mangelhafte Systemtrennungen
– Hohe oder niedrige Strömungsgeschwindigkeiten in den Anlagen
– Nachträge und Planungsfehler in der Bauphase
– Bis hin zu länger anhaltendem Baustopp
Warum ein TGA-Ingenieurbüro beauftragen?
– normgerechte und prüffähige Planung
– sichere Grundlage für Ausschreibung und Vergabe
– Minimierung von Bau- und Betriebsrisiken
– wirtschaftlich optimierte Systeme
– bei größeren Geschoss- und Sonderbauten ohnehin relevant
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Wir unterstützen Sie bei der Planung und Umsetzung – von der Konzeptfindung bis zur Inbetriebnahme
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